Wände I

1993, Heilbronn, Künstlerbaracke, Ausstellungsraum, 3 x 7,2 x 8,4 m

10 Wände (Leinwand auf Doppelrahmen):
2 Teile 300 x 109 x 10 cm; 3 Teile 225 x 109 x 10 cm;
3 Teile 150 x 109 x 10 cm; 2 Teile 75 x 109 x 10 cm

Die Wände stehen oder hängen in unterschiedlichen Winkeln im Raum. Der Betrachter, der zwischen ihnen umhergeht, fühlt sich irritiert: Einerseits bietet der fortschreitende Wechsel der räumlichen Gegebenheiten eine Fülle neuer Wahrnehmungsmöglichkeiten, andererseits ist die Orientierung eingeschränkt, weil man die Räume nicht mehr eindeutig ausloten kann.

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Wände I: Konzept 1
Der erste Entwurf zu Wände I stammt aus dem Frühjahr 1993. Auf einer keilförmigen schiefen Ebene stehen in unterschiedlichen Winkeln 13 bis 15 Wände, deren Breite und Höhe den Elementen der Barackenwände entsprechen. Bei der Platzierung der Wände im Grundriss spielt BMP mit dem Zufall.

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Wände I: Konzept 2
Die endgültige Fassung von Wände I erprobt BMP mit Hilfe eines Modells, das sich in zwei Aspekten vom 1. Entwurf unterscheidet: 1. Auf die keilförmige Veränderung des Bodens wird verzichtet. 2. Die Zahl der Elemente wird auf zwölf reduziert. Ihre Höhe variiert in vier Stufen. Die Breite bleibt konstant.

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Wände I: Die Sätze
Vervollständigt wird die Ausstellung durch die Besucher. Sie erhalten beim Betreten der Baracke Briefchen, die sie nach Aufforderung von BMP in der Installation öffnen. In den Briefchen stehen Satzfetzen von BMP und verballhornte Zitate aus „Zettels Traum“, „Ulysses“ und Finnegans Wake“. Der Anweisung entsprechend lesen die Besucher ihren Satz in wechselnder Intonation immer wieder vor, was analog zur instabilen Raumsituation in einen vielstimmigen chaotischen Chor mündet.

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Wände-I-Einladung
Die Original-Einladungskarte zur ersten Wände-Ausstellung 1993.

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Wände-I-Chor
Die Aufnahme jenes „Chors“, der am Tag der Eröffnung erklang, wurde leider gelöscht. 2011 unternahm BMP den Versuch, die Textcollage mit 56 Schülerinnen und Schülern der Schule für Gestaltung Heilbronn nachzustellen.

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Verwerfung 2: Täglich Kümmel – strammer Pimmel, ein Selbstversuch
Beim Zusammenstellen der Sätze für die Installation stießen BMP im „Ulysses“ auf den Spruch „Täglich Kümmel – strammer Pimmel“. Am 1. Mai 1993 trafen sich Bräuer, May und Peter zur Überprüfung dieser Aussage: An den folgenden 149 Tagen kamen sie jeweils um 12 Uhr mittags zusammen, um von einer Schüttung aus 20 Gramm Ostmann Kümmel („Das Geheimnis der Kochkunst – Ostmann Gewürze“) ein paar Achänen zu schlucken. Das Experiment wurde mit 150 Fotokopien dokumentiert. Es endete am 21. September 1993. Die Hypothese konnte nicht bestätigt bzw. widerlegt werden.

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Verwerfung 5: Wackelnde Wände
1993, Fotoserie, 15 Teile, je 20 x 30 cm; Film, 00:30 min; ein weiteres Beispiel für die Verwerfungen,
die im Umfeld von Wände I entstanden.

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Druckexperimente um Wände I – Beispiele: 1993, o. T., 5 Teile, Monotypie, Maße: 64 x 80 cm; eine der druckgraphischen Serien zu Wände I.

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Verwerfung 2: Täglich Kümmel – strammer Pimmel, ein Selbstversuch
Beim Zusammenstellen der Sätze für die Installation stießen BMP im „Ulysses“ auf den Spruch „Täglich Kümmel – strammer Pimmel“. Am 1. Mai 1993 trafen sich Bräuer, May und Peter zur Überprüfung dieser Aussage: An den folgenden 149 Tagen kamen sie jeweils um 12 Uhr mittags zusammen, um von einer Schüttung aus 20 Gramm Ostmann Kümmel („Das Geheimnis der Kochkunst – Ostmann Gewürze“) ein paar Achänen zu schlucken. Das Experiment wurde mit 150 Fotokopien dokumentiert. Es endete am 21. September 1993. Die Hypothese konnte nicht bestätigt bzw. widerlegt werden.

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